Evolution

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1Alexander

60, Männlich

Beiträge: 1233

Re: Evolution

von 1Alexander am 16.03.2015 23:32


Kurz vor dem schlafengehen was zum Nachdenken:

Spiegel-Online, 01.06.1998 Zehntausend stürzten ab

Ich kann nur hoffen, dass die Macher zu doof sind. Das Hollywood entsprechendes Gedankengut vorsorglich schon mal in die Hirne uploadet ist offensichtlich: Chappie

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Rico

54, Männlich

Beiträge: 966

Re: Evolution

von Rico am 16.03.2015 23:12

Der perfekte Quantencomputer ist das All selbst. Es bedeutet der optimale Prozess ist ein optimiertes Try and Error Verfahren. Der Schlüssel ist die Geschwindigkeit.... doch die hat Onkel Albert ja begrenzt. Oder gibts da doch noch was anderes...? Das gemurkse was wir als Quantencomputer betiteln kann es bis dato jedenfalls nicht sein. Aber wer weiß was die in Cern tatsächlich ausbrüten.... Für die Allgemeinheit gibts nur Higgs, wacklige Stecker und Konsorten präsentiert.

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wl01

67, Männlich

Beiträge: 1162

Re: Evolution

von wl01 am 16.03.2015 22:58

@Alexander

Ein Quantencomputer an sich, ist zunächst nur eine Geschwindigkeitsfrage. Aber an Geschwindigkeit mangelt es auch heute nicht. Neuronale Strukturen sind lediglich eine Frage der trivialen Implementierung und können heute beliebig simuliert werden. Das Problem liegt eher auf der Verständnisebene. Stell Dir eine beliebige Anzahl von Entität vor, welche miteinander verknüpfbar sind. Damit meine ich nicht nur eine Netzstruktur sondern einen mehrdimensioanlen Cube, indem jede Entität mit jeder Entität verbunden sein kann.
Das ist eben der zumindestens theorietische Unterschied zum Quantencomputer.
Ein Quantencomputer kann zwar auch nur zwei Zustände einnehemen, jedoch jeder Zustand kann beliebige Überlagerungszustände zulassen. Womit wir sehr wohl bei einem "mehrdimensionalen Cube mit beliebig vielen Enitäten" wären.

Das Problem des Quantencomputer sind weniger seine Möglichkeiten, sondern eher das Auslesen der Daten. Das Ergebnis ist bei den derzeitigen Versuchen eher zufallslastig.
Solch ein Rechner könnte damit auf mehreren Ebenen gleichzeitig rechnen, was einen wesentlichen (sowohl von den Möglichkeiten als auch von der Geschwindigkeit her) Unterschied zu einem normalen Computer mit einfacher ja/nein Logik hätte.

Wobei ich einschränkend bemerken möchte, dass die Funktionsweise des Quantencomputers auf Grundsätzen der Quantenphysik aufbauen (wie Quantenteleportation und Supersymmetrie), die wir hier in diesem Forum eigentlich ablehnen! Und selbst wenn er funktionieren würde, würde ich die Funktionsweise nicht im "quantisiertem Quark" sehen, sondern eher auf der Verbindung von gravitativen und elektrischen Kräften (Wirbelfelder, Bildung von Superatomen, etc,...) und vielleicht einer "evolutionären" Findungslogik (deshalb auch mein Bestehen auf einem Negativinput)???

Ich sehe daher in den theoretischen Möglichkeiten eines Quantencomputers eine große Affinität zu dem, was wir heute "Evolution" nennen. Zufall???

MfG

WL01

PS:
Habe ich schon geschrieben, dass Licht und somit jede EM-Strahlung für mich lediglich eine Turbulenz im Tachyonenäther ist?

Antworten Zuletzt bearbeitet am 16.03.2015 22:59.

Rico

54, Männlich

Beiträge: 966

Re: Evolution

von Rico am 16.03.2015 22:55

Die Frage ist ob es überhaupt ‚funktionierende Systeme' im wortwörtlichen Sinn gibt. (Binärsystematik können wir dabei als völlig unreal außen vor lassen. Grüße an viele ‚Mathematiker" von Gödel und Turing aus dem Jenseits...)
So operiert ein formales Gesamtsystem Evolution, was nach meiner Meinung alles umfasst, simpel nach Try and Error.
Bei nichtlinearer Endlosigkeit ist es die logischste Folge die zu einem Gleichgewicht führt. Die Phase im großen Kuchen die wir gerade erleben scheint dabei eine fortgeschrittene.
Angenommen:

Wenn formalistisch kleinste Strukturen (>nichtlinear-indeterminierter Vorgang von unendlicher Dauer, -bedt. stetig präsent<) als generative ‚Erinnerungssequenzen' stets aktiv einleitend wirken.... und innerhalb einer Menge aus größten passiven Einheiten (>linear-determinierter Vorgang von kurzer Dauer nach rascher Anpassung, -bedt. zyklisch präsent<).... Diese kleinsten Mikrostrukturen dann bei schlagartig geänderter Resonanz, z.B. durch plötzliche Frequenzänderung, sich ihrer generativen Prozesse ‚Erinnern' müssen um weiter zu existieren.... und somit notgedrungen auf ihre größte passive Menge ‚radikal' wirken. Bei stets exponential nichtlinearer Dynamik innerhalb der größeren Menge.
Die kleinste Struktur operiert ergo als aktiver chaotischer Attraktor zwingend dynamisch (chaotisch positiv wie negativ im emotionalen Sinne) auf eine passive, sich geordnete Hypermenge (Fraktal).
Diese kleinste Struktur ist damit, trotz lokaler Zerstörung, gestaltender, weil formender Teil, einer formalen Menge/Hypermenge.
Nach Beendigung des Prozesses ordnet sich eine Menge rasch wieder, angepasst an das neue Gleichgewicht = Mechanik. Das nennen wir selbstorganisierende Evolution. Bildung von Strukturen bzw. Fraktalen sind Ausdruck dessen.

Das bedeutet Fraktale sind Wirkung eines passiven Systems (>linear-determiniert von kurzer Dauer nach rascher Anpassung). Diese ‚Dauer' ist relativ zum stets wirkenden lokalen Horizont eines Attraktor (>kleinste Struktur mit größter Wirkung). Sicherheit (Ruhephase eines Systems) gewährt nur der Abstand = Dichte > Dauer („Zeit") zum jeweiligen Attraktor innerhalb einer lokalen Menge/Hypermenge.
Ein Attraktor erscheint also als plötzlich wirkend unstabiler Zustand für (s)eine Fraktale ‚Ruhe-‚ Menge. Er wirkt auf diese stets chaotisch (emotional betrachtet aggressiv). Dieses wiederspricht real absolut dem postulierten ‚stabilen Zustand' eines Lorenz-Attraktors im geschlossenen Raum, da die realen Verhältnisse im formal offenen Hypersystem (Weltall) stets kausal übergreifend wirken. Alles gehört zusammen. Hier entlarvt sich wieder der Binärsystematisch geschlossen betrachtete Selbstbetrug. Somit ergibt dies real sogar unendlich viele Attraktoren in einem real indeterminierten Umfeld derzeitig vermeintlich determiniert lokaler Existenz. Es beeinflusst letztlich alle evolutionär determinierte Fraktalerscheinung.

Ein Sierpinski-Dreieck, Apfelmännchen, die Form des Blumenkohl oder sich lokal exponential reproduzierendes Leben etc. ist somit sekundäres Ergebnis in einer Ruhephase (>linear-determinierter Vorgang von kurzer Dauer nach rascher Anpassung) der jeweilig lokalen Menge, als jeweilig lokales wandelndes System, im sich bewegenden Hypersystem.
Eine Supernova, z.B. SN1054, SN185, SN1006, oder die Gammaquelle Centaurus A ...usw., hat somit lokal-primäre Wirkung (>nichtlinear-indederminierter Vorgang), je nach Impulsstärke.
Interessant dabei: Attraktoren entstanden anscheinend selbst aus einem Teil einer Menge lokal passiver Einheiten....

Was brachte ‚freie Ladungsträger' hervor? Welche ‚Musik' >Resonanz wirkt auf das Plasma? Was bringt den Menschen zum Denken? Ein religiöser Mensch würde sofort eine Antwort haben.
Doch ist eine Konsultation beim Papst wohl unbefriedigend, da die Frage nach dem Antrieb des Plasmas so lang unbeantwortbar im Hyperraum steht wie derselbe unendlich ist.

Denn alle Lust will Ewigkeit....
Bestand funktioniert nur in einer Dauer, diese Mechanik ist beschreibbar.
Veränderung dagegen operiert durch enorme Geschwindigkeit, diese ist nicht beschreibbar.
Frequenz = Plasma = Energie = Bewegung
Himmelherrgott was für eine Scheiße....


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1Alexander

60, Männlich

Beiträge: 1233

Re: Evolution

von 1Alexander am 16.03.2015 22:16

@Justin

Aber vielleicht in Zukunft bei (tachyonischen ha, ha) Quantencomputern (wenn es die einmal geben sollte) könnten sich ähnliche Strukturen bilden.
Hier ist noch Entwicklerhirnschmalz notwendig. Ich geben hier mal meine Meinung zun Beste: Trotz einer Technikexplosion sind wir in den Grundlagen nicht wirklich weiter gekommen. (- natürlich die Sachen, welchen in irgendwelchen Regierungsbunkern ausgeheckt werden ). Ein Quantencomputer an sich, ist zunächst nur eine Geschwindigkeitsfrage. Aber an Geschwindigkeit mangelt es auch heute nicht.
Neuronale Strukturen sind lediglich eine Frage der trivialen Implementierung und können heute beliebig simuliert werden. Das Problem liegt eher auf der Verständnisebene. Stell Dir eine beliebige Anzahl von Entität vor, welche miteinander verknüpfbar sind. Damit meine ich nicht nur eine Netzstruktur sondern einen mehrdimensioanlen Cube, indem jede Entität mit jeder Entität verbunden sein kann. Es ist dabei völlig egal wie die Entität oder die Verknüpfung definiert ist, bzw. wie das technisch untersetzt ist (Hier der Hinweis auf deine 1/0-Abbildung). Nun stellt sich die Frage, wie kommen die Informationen rein und raus.
Wenn ich annehme das alle Daten bereits vorhanden sind, stellt sich bereits die Frage, wie kann ich diese vernünftig auslesen.
Ich spare mir jetzt weitere Erörterung zu Google, da dies eine prima repräsentatives (Negativ-)beispiel abgibt. Nur soviel:
Googel Suche//schwarze Löcher:  Ungefähr 669.000 Ergebnisse (0,27 Sekunden). Das ist eine Suche, keine Finde.  Ich benenne eine eindeutige Suche als vollständige Daten-Lokalisation. (verfeinerte Betrachtungen hierzu spare ich mir hier) . Das macht Google nicht, den 668.900 Informationstreffer sind irrelevant, da sie kein schwein anschaut. Das geht auf jeden Fall besser. Das führt uns aber auf einen wichtige Punkt. Die Suchergebnisse von Google sind abgeblich vom Nutzerverhalten beeinflußt. Wenn das so ist, dann ist das der richtige Weg. Danach bilden sich neuronale Netze durch Benutzung. Aus der Vielzahl von Vernüpfungsmöglichkeiten bildet sich sinnvolles Muster durch Input. Dabei ist es unerheblich ob es eine "Lese-" oder "Schreib-"Input ist. Du liegt du mit deinen mehrdimensionalen Entscheidungsebenen richtig. Über der Datenebene gibt es eine Entscheidungsebene, welche für die "angebotene" Selektion zuständig ist. Das ist der selbstlernende "Part". Dieser lernt durch Benutzung, ähnlich wie Google, nur viel eleganter. Weil wir gerade bei Ebenen sind, es bedarf natürlich noch einer Interaktionsebene. Ein solche Modell läßt sich bereits heute performant darstellen, wobei es völlig nebensächlich ist, was mit den Daten danach veranstaltet wird. Alle Informatiker sind sich einige, dass Netzwerkdatenbanken der große Knaller sind. Leider gibt so was bisher in der Anwendung nicht. Praktikabel sind bisher nur relationale Datenbanken, womit wir uns in diesem Bereich in der Steinzeit befinden. Ich behaupte aber kühn, dass sich Netzwerkstrukturen vollständig mit relationalen Mitteln abbilden lassen.
Aber das führt zu weit. Ich schlußfolgere aber daraus, dass das "Keinkorn" von vorherein vorhanden sein muß. Sollte Skynet bei mir anrufen, dann bin ich eines besseren belehrt .
Nur wie Du richtig sagst, ohne funktionierendes System, geht gar nichts. Aber auch das kann evolutionär entstehen. Allerdings setzt das den von mir schon öfters angesprochenen Negativinput vorraus.
Ansichtssache. Ich gehe davon aus, dass sich neuronale Netze nicht evolutionieren lassen. Leider befinde ich mich damit auf der Stufe der Schöpfungsmystiker.


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wl01

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Re: Evolution

von wl01 am 16.03.2015 19:15

@Alexander

Ähnlich verhält es sich mit Netzwerkdatenbankystemen, übrigens immer noch eine sehr theoretische Angelegenheit. Eine Komplexität entsteht ausschließlich durch verschiende Ebenen der User-Interaktion, was m. M. n. kaum beachtet wird - aber da führt hier zu weit.
Letzten Endes läuft es bei einer Datenbank immer auf eine entweder oder Entscheidung, also eine 0-1 Entscheidung, hinaus, auch bei Case-Optionen. Bei einem neuralen Netzwerk hingegen gibt es jedesmal mehrdimensionale Entscheidungsebenen. Wobei man dadurch nicht mehr unterscheiden kann, was ist Programm und was die Entscheidung bereits selbst ist. Derartige Entscheidung kann man maximal mit der derzeitigen objektorientierten Programmierung vergleichen, wo man derzeit allerdings nur die "Eigenschaften" von vordefinierten Komponenten verändern kann. Aber vielleicht in Zukunft bei (tachyonischen ha, ha) Quantencomputern (wenn es die einmal geben sollte) könnten sich ähnliche Strukturen bilden.
Nur wie Du richtig sagst, ohne funktionierendes System, geht gar nichts. Aber auch das kann evolutionär entstehen. Allerdings setzt das den von mir schon öfters angesprochenen Negativinput vorraus. Damit negative Entwicklungen im Vorhinein ausgeschlossen werden und damit schnellere Entwicklungen ermöglicht.

MfG

WL01

PS:
Habe ich schon geschrieben, dass Licht und somit jede EM-Strahlung für mich lediglich eine Turbulenz im Tachyonenäther ist?

Antworten Zuletzt bearbeitet am 16.03.2015 19:20.

1Alexander

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Re: Evolution

von 1Alexander am 16.03.2015 15:28

@Darius

Kleine Nachbetrachtung:

Aus der befruchteten Eiszelle entsteht ein Mensch mit einem komplexen Gehirn, was eine neuronale Struktur besitzt. Bei der Entwicklung spielen mit ziemlicher Sicherheit die Sinneseindrücke eine dominante Rolle. Das wäre der Input. Aber die Sinneseindrücke sind nicht verantwortlich für das Vermögen überhaupt neuronale Netze zu bilden. Jetzt könnte man spitzfindig werden und die Zufuhr von Eisweisproteinen ebenso als Input deklarieren (Grenzendeklaration). Ein Drehen an dieser Stellschraube hätte aber nur eine destruktive, keine konstruktive Wirkung.

Ähnlich verhält es sich mit Netzwerkdatenbankystemen, übrigens immer noch eine sehr theoretische Angelegenheit. Eine Komplexität entsteht ausschließlich durch verschiende Ebenen der User-Interaktion, was m. M. n. kaum beachtet wird - aber da führt hier zu weit. Trotzdem muß die Hardware angeschafft und grundlegende Software-Prozeduren bereitgestellt werden. Schlechtes Beispiel: Man kann Millionen von Jahre auf einer Tastatur rumdrücken, es wird sich dadurch kein Prozess in Gang gesetzt, wenn an der Tastatur kein lauffähiges System hängt.

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Hannes

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Beiträge: 782

Re: Evolution

von Hannes am 16.03.2015 11:51

@Hannes: Vielen Dank für den Buchtipp zu Dynamic Evolution. Ich werde es lesen. Das Inhaltsverzeichnis entspricht auf jedem Fall meinem Geschmack.

Gern geschehen, Darius! 

Hier habe ich noch so die Webseite des inzwischen verstorbenen Alfred de Grazias mit seiner Quantavolution gefunden. Quantavolution

Er war der Meinung, dass sich Entwicklung eher durch Quantensprüngen als durch kleine Schritte über endlos lange Zeiträume durchsetzt. Vielleicht auch lesenswert, dazu gekommen bin ich aber auch noch nicht.   

Antworten Zuletzt bearbeitet am 16.03.2015 11:52.

1Alexander

60, Männlich

Beiträge: 1233

Re: Evolution

von 1Alexander am 16.03.2015 09:19

@Darius

Ich finde es gut, dass dieses Thema noch mal aufgegriffen wird. Dein Amselbeispiel überzeugt mich aber nicht, solange dabei keine Papageien herauskommen. Das alte Problem des Darwinismus.

Es reicht sogar eine einzige erworbene Erfahrung, die zur eruptiven Neugestaltung einer Art (eines Attraktors) führt. Aus Wikipedia passt gut das dazu (ein Link ist weiter unten): "Nichtlineare Systeme, deren Verhalten von einem Parameter abhängt, können bei einer Änderung des Parameters ihr Verhalten plötzlich ändern".
Das sind sich sicher alle einig.
Eine Ausdifferenzierung ist auf jeden Fall zweckfrei. Dass die oben erwähnte Amsel einen orangenen Bauch hat, ist höchstwahrscheinlich zufällig. Dieser Zufall kann als Indikator zur Entstehung einer neuen Amselart verstanden werden.
Auch wenn ich mich damit in den Bereich der Wortklauberei und in philosophische Randgebiete begebe: Zufall ist ein arg menschliches Konzept. Sicherlich kann man schwer verständliche Ereignisse somit beschreiben, aber als Unterscheidungskriterium finde ich es recht ungeeignet. Zufällig sollte auch nicht mit zweckfrei gleichgesetzt werden. Eine Blume auf dem Feld könnte man als zweckfrei beschreiben. Aber sie ist nicht zufällig dort, d. h. sie ist ergo nicht aus dem Nichts entstanden. Eine passende Umschreibung für zweckfrei wäre zeitlos oder ziellos. Ich will damit nochmals auf den Unterschied in den evolutionären Konzepten hinweisen. Das eine trägt den Sinn bereits ins sich, Punkt. Das andere strebt vom Niederen zum Höheren um somit Daseinssinn erst noch zu erfüllen. Das kann man untersetzen: Das erste System ist bereits fertig, das zweite muß sich entwickeln. Das erste braucht nur einen Entwicklungsinput keinen Gestaltungsinput, das zweite ist vom Gestaltungsinput abhängig.  Selbst wenn man willkürlich Grenzen zieht, ist das eine praktische Grundsatzfrage. Ist das "Papageiensein" in deiner Amsel schon angelegt, oder muß es sicher erst noch entwickeln?
Der Mensch braucht diese Start- und Endpunkte, um den zu untersuchenden, dynamischen Prozess (be)greifen zu können, in der Natur gibt es sie nicht. Die Qualität der Willkür bei der Wahl dieser Punkte äußert sich im Ausmaß des Schmetterlingseffekts. Anders: Ist in einem eingegrenztem System "Reverse Engineering" möglich, dann können aus solchem System überprüfbare Erkenntnisse gewonnen werden. Genau hier befindet sich der schmale Grat zwischen dem für den Menschen (be)greifbarem Determinismus und dem Chaos.
Klare Zustimmung. Betrachten wir die Evolution daher als Mikrothema. Ich habe lange über den Einwand von Justin nachgedacht, welche Du hier auch noch mal zitiert hast.
wl01: Ich denke nicht, dass das keine Relevanz hat. Es erhebt sich m.A. sehr wohl die Frage ob auch Fehler einen Input für neue Entwicklungen bringen.
Ich hatte angefangen darüber zu schreibe, aber schnell gemerkt, dass eine Ausführung zu umfangreich wird. Also zweiter Versuch: Für eine solche Betrachtung müßte man sich eine Simulation vorstellen. Ich wurde vor einigen Jahren mal fürstlich dafür bezahlt, dass ich mir schwere Gedanken über Netzwerkdatenbankstrukturen zu machen (verratet mich nicht an Google oder dies NSA, sonst werden ich zwangsrekrutiert). Sinnvoll umgesetzt kommt dabei ein "selbstlernendes System" heraus. Anders funktioniert das gar nicht. Als sinnvolle Arbeitshypothese könnte man sich das als evolutionären Prozess vorstellen, welcher vom Dateninput lebt. Bei genauerer Überlegung komme ich aber zu anderen Schlußfolgerungen. Eine grundlegende, innere, lernfähige Struktur muß vorhanden sein. Eine Fehlertoleranz oder Input-Selbstlernung sind nur unwesentlicher Aufputz. Anders ausgedrückt, ich kann mir kein evolutionäres System vorstellen oder ein Simulation davon. Damit wird ein darauf gegründete Hypothese obsolet. Man kann die Grenzen definieren wie man will und auch bezüglich des Schmetterlingseffektes nicht pinglich sein, an dieser Grundsatzfrage kommt man nicht vorbei. In meinen Augen ist Evolution von niederen zum höheren somit grundsätzlich unmöglich, denn das bedeute, dass sich aus dem Nichts etwas aus sich heraus selbst entwickelt.
Somit sind wir bei der Rico-Variante
Aber ich lasse mich gern belehren.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 16.03.2015 15:07.

Darius

49, Männlich

Beiträge: 249

Re: Evolution

von Darius am 15.03.2015 14:33

Hey allerseits!
1Alexander schrieb in einem anderen Thread:

Die sprunghafte Änderung einer Art, in eine andere überlebensfähige Art dürfte unsere Vorstellungskraft übersteigen.
Vor meinem Küchenfenster erfreut sich eine Gruppe von Amseln an dem von mir gestreuten Futter. Die Männleins sind pechschwarz mit gelbem Schnabel, die Weibleins grau-braun mit dunklem Schnabel. Unter ihnen versucht seit Monaten ein mutiertes Weiblein mit einem orangenen Bauch, den Anschluss an die Gruppe zu finden, wird aber sowohl von Männleins wie auch von Weibleins aggressiv verjagt. Das arme Ding muss immer warten, bis die anderen weg sind, um ans Futter zu kommen. Wird es sich erfolgreich fortpflanzen können? Wird es sein Revier wechseln und sein Glück bei anderen Gruppen suchen? Bestenfalls paart es sich mit einem anderen ausgestoßenem Sonderling, von dem es akzeptiert wird, schlimmstenfalls wird es ohne Nachkommen sterben. Das ist "sprunghafte" Evolution live und durchaus vorstellbar.

Entweder die Änderungsinformation werden von außerhalb "gefunkt" oder das Blaupausenschema sind bereits vorhanden.
Ich denke, dass eine UND-Verknüpfung auch möglich, aber nicht zwingend ist. Es ist wieder die Sache mit der bidirektionalen Rückkopplung zwischen äußeren und inneren Attraktoren.

Mir fällt noch eine verfeinerte Variante ein. Erworbenes Erfahrungen werden nach dem Lamarckismus in der DNA nur gespeichert, ohne das es zu grundsätzlichen Änderungen in der nächsten Generation kommt. Diese Änderung kumulieren sich auf und führen zu einer eruptiven Veränderung, insofern der Impuls dazu kommt.
Es reicht sogar eine einzige erworbene Erfahrung, die zur eruptiven Neugestaltung einer Art (eines Attraktors) führt. Aus Wikipedia passt gut das dazu (ein Link ist weiter unten): "Nichtlineare Systeme, deren Verhalten von einem Parameter abhängt, können bei einer Änderung des Parameters ihr Verhalten plötzlich ändern".

Auch wen sich das alles sehr abstrus anhört, welche vernünftige Erklärung kann man sonst anbieten, wenn man sprunghafte Evolution erwägt.
Das ist nicht abstrus. Genau so läuft Evolution ab.

1Alexander weiter in diesem Thread:
Ein Vorschlag wäre, dass eine Ausdifferenzierung zweckfrei und in sich und auf jeder Stufe perfekt ist, wärend eine Evolution vom Niederen zu Höhreren verläuft.
Eine Ausdifferenzierung ist auf jeden Fall zweckfrei. Dass die oben erwähnte Amsel einen orangenen Bauch hat, ist höchstwahrscheinlich zufällig. Dieser Zufall kann als Indikator zur Entstehung einer neuen Amselart verstanden werden. Perfekte Attraktoren gibt es nicht. Alles unterliegt dem nie aufhörendem, dynamischem Fluss. Mal erreichen dynamische Systeme ein relatives Gleichgewicht von kürzerer oder längerer Dauer, mal lösen sie sich auf, bevor sich ein Gleichgewicht (ein Attraktor) einstellen kann. Auch die erforderliche Dauer bis ein System ins Gleichgewicht kommt, kann stark variieren.

Anders ausgedrückt, Evolution bedarf eines Startpunktes und eine fiktiven Endzustandes.
und Rico:
Denn nach Meiner Auffassung ist diese Grenze nicht definierbar. Da das Gesamtsystem formal endlos scheint.
Der Mensch braucht diese Start- und Endpunkte, um den zu untersuchenden, dynamischen Prozess (be)greifen zu können, in der Natur gibt es sie nicht. Die Qualität der Willkür bei der Wahl dieser Punkte äußert sich im Ausmaß des Schmetterlingseffekts. Anders: Ist in einem eingegrenztem System "Reverse Engineering" möglich, dann können aus solchem System überprüfbare Erkenntnisse gewonnen werden. Genau hier befindet sich der schmale Grat zwischen dem für den Menschen (be)greifbarem Determinismus und dem Chaos.

1Alexander weiter:
Entsteht hier wirklich was Neues, letzendlich Unbegrenztes, oder ergeben sich immer wieder nur höhere oder noch höhere Variationen des selben Keimkorns. Eben wie den Bildern einer kleiner Mandelbrotsoftware.
Die verschiedenen Variationen des selben Keimkorns sind etwas Neues. Fraktal bedeutet nicht, wie oft missverstanden wird, dass ein Attraktor aus kleineren Teilen seiner selbst besteht. Das ist eine vereinfachte und idealisierte Betrachtung. Das Sierpinski-Dreieck ist so ein 100%-ig selbstähnliches Gebilde. Fraktale im weiten Sinn werden jedoch über einen hohen Grad an Selbstähnlichkeit definiert. Zwischen "100%-ig" und "hoher Grad" liegen Welten. Genau in diesem Unterschied "liegt der Hund begraben", warum der Fraktal-Hype abgeklungen ist. Wir haben die Erkenntnis, wissen aber nicht mit ihr umzugehen. Schade.

@Hannes:
Vielen Dank für den Buchtipp zu Dynamic Evolution. Ich werde es lesen. Das Inhaltsverzeichnis entspricht auf jedem Fall meinem Geschmack.

1Alexander und wl01:
Die häßliche Frage des In-/Outputs des abgesteckten Systems können wir mal außer acht lassen, weil wir damit anfangen uns im Kreis zu drehen. Selbst wenn Grenzen rational gesetzt werden, sind sie doch willkürlich.
Ich denke nicht, dass das keine Relevanz hat. Es erhebt sich m.A. sehr wohl die Frage ob auch Fehler einen Input für neue Entwicklungen bringen.
und Rico:
(Wo sitzt das Herz = Impuls?)
Das Stichwort hierbei ist Bifurkation. Die Aufgabe in jedem Wissenschaftsbereich, einschließlich der Naturwissenschaften, lautet: Stecke die Grenzen eines Systems ab und finde den einen, ausschlaggebenden, das System am stärksten beeinflussenden Parameter/Faktor! Und wer will, der kann daran noch zusätzlich die Bifurkation der Natur und Prozessphilosophie anknüpfen.

Grüße, Darius

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