Harald Lesch erklärt Plasma
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Re: Harald Lesch erklärt Plasma
von Hannes am 23.01.2013 15:54Nachtrag:
In diesem Interview wird noch mehr über Leschs wissenschaftliche Position und deren Beeinflussung durch seine Religiosität klar:
Die meines Erachtens tatsächlich in die Irre führende „Viele-Welten-Theorie" lehnt auch Prof. Lesch ab, allerdings offenbart er dabei sein Motiv: „Ehrlich gesagt, ist das der verzweifelte Versuch, um Gott herum zu kommen." Klarer geht es eigentlich nicht! Der angebliche Urknall ist für ihn ein Gottesbeweis, wie bereits von mir vermutet.
Im Interview redet Lesch über Plasma, weiß natürlich auch, dass es Konsequenzen im Sinne von Stromfluss und Magnetfeldern haben muss. Dennoch sieht er Plasmen nur als Teil der „Hochenergie-Astrophysik" und interessiert sich nur für „relativistische Elektronen" in der Nähe von Neutronensternen und schwarzen Löchern – sicher weil diese seine immaterialistische bzw. idealistische Weltanschauung nicht gefährden können.
Re: Harald Lesch erklärt Plasma
von ar-iomar am 19.12.2012 14:06
Ja, Norman, es stimmt was du sagst. Ich denke aber immer noch, dass er oft wider besseren Wissens handelt und argumentiert. Deswegen schrieb ich "bedauernswerter Mann". Dass die ganze Kohle eine starke Motivation ist, glaube ich sofort.
Norman
Gelöschter Benutzer
Re: Harald Lesch erklärt Plasma
von Norman am 19.12.2012 13:57Hallo allerseits,
ich möchte mich auch noch mal kurz mit in die Diskussion über Harald Lesch mit einklinken. Ariomar, du schreibst, dass du Herrn Lesch bedauerst. Aber warum?
Die Medienauftritte von Harald in ein erster Linie reine Show. Sie dienen der Unterhaltung. Herr Lesch repräsentiert dort die Quantenphysik und die Relativitätstheorie. Und das macht er hervorragend.
Bedenkt auch, dass Herr Lesch nicht gänzlich frei ist, was den Aufbau seiner Sendungen anbelangt. Neben jenen, welche die Regie führen, sich auch noch einige andere Personen mit für den Inhalt verantwortlich. Herr Lesch repräsentiert hier eine Gruppe. Die Sendung mit dem müden Licht mag für eine wissenschaftliche Abhandlung sehr unprofessionell sein, für eine Fernsehshow fand ich seine Darstellung noch durchaus im vertretbaren Rahmen.
Das in seinen Sendung auch Wissen mitgeteilt wird finde ich gut. Auch wenn ich einige der Theorien, welche dort vertreten werden nicht zustimme. Doch bringt Herr Lesch mit seiner Sendung einige Menschen dazu, dass sie sich für wissenschaftliche Themen interessieren. Unter einem seiner Youtube-Videos stand sinngemäß: „Schade das nicht alle Lehrer in der Schule wie Harald Lesch sind." Und dem stimm ich zu. Ganz egal was man von seinen Inhalt hält, er bringt es interessant herüber.
Wie Herr Lesch in seinem privaten Umfeld ist, das kann man anhand von den Sendungen nicht mit Sicherheit sagen, doch ich glaube nicht, dass er unzufrieden mit seinem Leben ist und dem was er erreicht hat. Auf mich wirkt er eher sympathisch.
Re: Harald Lesch erklärt Plasma
von McDaniel-77 am 19.12.2012 04:55Leschs Film über das Plasma Die 4 Elemente: Was ist ein Plasma? ist von 2007 !!!
Ich wundere mich, seit ich durch Viaveto neue Erkenntnisse über unseren Kosmos gewonnen habe, auch über Prof. Lesch. Ein so netter humoriger Typ und das Allerschärfste:
Astrophysical Plasmas - Harald Lesch PDF
Das Pamphlet ist scheinbar schon über 10 Jahre alt, sehr interessant, aber in Englisch.
MfG
Re: Harald Lesch erklärt Plasma
von ar-iomar am 14.12.2012 11:36Ja, Hannes, ich kann dich verstehen. Es ist mir nicht klar, was solch ein "Brief" bezwecken soll. Ich werde wohl nie Verständnis dafür aufbringen, weshalb so häufig Bosheit und Missgunst als Bindemittel für Dialoge herhalten müssen. Ich habe nichts gegen eine Portion Sarkasmus oder milden Spott, wenn er die Persönlichkeit des Gegenübers nicht verletzt. Deswegen bin ich angenehm überrascht, dass in diesem Forum die Anonymität nicht schamlos ausgenutzt wird. Gegen eine harte Diskussion ist allerdings nichts auszusetzen.
Re: Harald Lesch erklärt Plasma
von Hannes am 13.12.2012 23:55Inzwischen habe ich schon fast wieder Mitgefühl mit Herrn Lesch, anchdem ich die folgenden Tiraden (Auszug siehe unten) eines bekloppen christlichen Radikal-Fundamentalisten auf einer deutschen (!) Webseite las:
Gut zu wissen, dass ich in einer Gegend lebe, wo es 75% Atheisten sind (Tendenz weiter steigend), von denen keiner glaubt, dass die Welt erst vor 6000 Jahren geschaffen wurde.
Re: Harald Lesch erklärt Plasma
von Hannes am 13.12.2012 16:14Vielen Dank für Deine freundlichen Worte, aber "Praktiker" darf ich mich in dieser Sache ganz gewiß nicht (mehr?) nennen, da meine Lehr- und Studienzeit zu lange her ist und ich danach als Diplomingenieurökonom in ganz anderen Bereichen gearbeitet habe. Das Eisen-Kohlenstoff-Diagramm ist schon lange vergessen und beim Lesen meiner eigenen und anderen Links habe ich auch festgestellt, dass ich mich zu diesen Elektronenstrahl- und Plasmatechnologien erst wieder schlau machen muss. Im Moment muss ich Begriffe wie "Elektronenstrahlkanone mit Plasmakathode" oder "Ionenplasma-Elektronenstrahlkanone" u.ä. hinnehmen. Vielleicht suche ich 2013 nach dem Verbleib der o.g. Fotos oder Unterlagen.
Als vorsichtiger Mensch nehme ich mir über Weihnachten aber nur vor, dem Prof. Lesch und/oder seinem Sender einen Brief zu schicken. Ist vielleicht besser und griffiger als eine schnell zu löschende E-Mail?
Glück auf!
Hannes
Re: Harald Lesch erklärt Plasma
von ar-iomar am 13.12.2012 12:10
Es ist schön, Hannes, mit dir (noch) einen Praktiker an Bord zu haben. Meine Erfahrungen gehen nicht so tief. Aber immerhin durfte ich glühenden Stahl "schnuppern" und die Arbeitsweisen der verschiedenen Hütten kennenlernen.
Re: Harald Lesch erklärt Plasma
von Hannes am 12.12.2012 17:20Über das "Lescherliches Phänomen" habe ich auch herzhaft gelacht!
Na, wenn ich so ermutigt werde, dann denke ich mir wirklich einen Text an den Sender aus, ar-iomar!
Noch ein Wort zu den Rillen: Bei den heute gebräuchlichen Plasmaschneidwerkzeugen wird der Begriff „Nachlaufrillen" auch genutzt, aber das ist natürlich gar kein Vergleich mit der erwähnten Anlage von Ardenne. (Hatte das Glück diesen großen Wissenschaftler 2x bei Vorträgen zu erleben. M.E. hat er den Nobelpreis nur deshalb nicht erhalten, weil er östlich des „Eisernen Vorhangs" arbeitete.)
Wegen der positiven Reaktion auf meinen Hinweis auf den Fehlerkatalog möchte ich noch ergänzen, dass ich in Freital eine „Berufsausbildung mit Abitur" als „Metallurge für Formgebung" (d.h. Walzwerker) erhielt, vom ESW zur (TU) Bergakademie Freiberg zum Studium delegiert wurde und von dort aus zum Praktikum wieder ins Werk geschickt wurde. Ansonsten hätte ich diese Werkshalle sicher gar nicht betreten dürfen. Die Technologie wurde aber trotzdem auch ins NSW (= Nichtsozialistische Wirtschaftsgebiet), z.B. nach Japan, exportiert, wenn ich mich richtig entsinne.
Ich habe mich durch meine Zeilen inzwischen selber neugierig gemacht und frage mich, wo der große Fehlerkatalog (plus ein 2. mit ein paar bunten Fotos) wohl abgeblieben sein mag und was von den Unterlagen ggfs. archiviert wurde. Aber in 1, 2 Jahren sollte nächstes Abi-Klassentreffen sein, vielleicht gibt's ja wieder einen Werksrundgang mit Fragemöglichkeiten (beim letzten war ich aus gesundheitlichen Gründen nur zur abendlichen Feier).
Wenn es evtl. interessiert:
Hier kann man ein Bild einer sehr kleinen, älteren Anlage sehen und etwas Text (schwer erkennbar) lesen:
Elektronenstrahl-Mehrkammerofen
http://www.progress-film.de/de/filmarchiv/film.php?id=3184&back=true
Hinter dem Link gibt's Werksgeschichte, auch die beiden Welterstleistungen, der 30-Tonnen-Plasma-Ofen und das Elektronenstrahl-Mehrkammerofen-Verfahren (kurz EMO) werden genannt:

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