Harald Lesch erklärt Plasma
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Oli
Gelöschter Benutzer
Re: Harald Lesch erklärt Plasma
von Oli am 12.12.2012 15:26Jannik,
ich denke, da hast den Nagel am Kopf getroffen.
Sicherlich verdient Herr Lesch durch seine Medienpräzenz heute deutlich mehr als noch vor 5 oder 10 Jahren, als er nur alpha centauri gemacht hat - eine Sendung, die ich als gelungen bezeichnen möchte. Damals hat er Dinge noch relativ nüchtern erklärt.
Irgendwie wurde er dann "populär", und er veränderte sich. Dazu seine betont schnoddrige Art, seine nicht ganz perfekte Vortragsweise (hat jemand mal einen Satz von ihm gehört, der grammitikalisch und/oder syntaktisch richtig ist?)... Der Zuschauer denkt: "der spricht ja wir wir normale Menschen, der will nicht besser, nicht perfekter sein als wir; und doch weiß er so vieles, und erklärt es so schön"
Ich behaupte, der ehemals seriöse Wissenschaftler ist zu einer Medienhure geworden. Er bekommt Aufmerksamkeit, viele halten ihn für sympathisch, sowas streichelt natürlich sein Ego. Und er verdient gutes Geld damit.
Besonders seine aktuelle Sendung Leschs Kosmos ist für mich nicht zu ertragen, ständig sucht er seine Kaffeetasse oder wundert sich über die Position des Stuhls. Auf diese Weise kann man die Inhaltsleere und Trivialität natürlich auf 15 Minuten Sendezeit ausweiten...
Schade, wenn Wissenschaft auf diese Weise zur reinen Unterhaltung verkommt.
Re: Harald Lesch erklärt Plasma
von ar-iomar am 12.12.2012 15:16"Lescherliches Phänomen"? Das hast du schön gesagt, Jannik. Der Meister Lesch sollte uns langsam Tantiemen zahlen, bei der Werbung, die wir hier machen.
Danke für deine Zusammenfassung. Ist von allem etwas dabei und ich für meinen Teil habe nichts hinzuzufügen.
Jannik
Gelöschter Benutzer
Re: Harald Lesch erklärt Plasma
von Jannik am 12.12.2012 14:36Jungs, danke für eure Antworten! =)
@ Hannes: Persönliche Erfahrungen halte ich nicht für nebensächlich sondern eventuell sogar für aufschlussreich. Ich kann jetzt von deiner Erfahrung profitieren insofern sie der Wahrheit entspricht. Es zeigt sich, dass Plasmaspurrillen also kein seltener Sachbestand sind. Damit ist deine Erfahrung also ein Argument mehr, dass für ein, durch Plasmaentladungen entstandenes, Relief auf anderen Planeten spricht. Danke dafür!
@ ar-iomar: Deine Hypothese, Harald Lesch sei ein Opportunist ist schlüssig und gut möglich. Tatsächlich stellt sich mir dann die Frage, wie jemand wider seines Wissens handelt? Dazu drängt sich mir der Verdacht auf, dass er dies mit Absicht macht. Welche Motivation steckt dahinter. Geht es tatsächlich um Geld? Außzuschließen ist es nicht.
@ Norman: Schickes Userbild!
Wie wir wissen ist Lesch jedoch der Theoretiker und hat keinerlei Bezug zur Praxis. Auch die meisten von uns sind Theoretiker, jedoch haben wir ein weitaus weniger beschränktes Weltbild als er zu haben scheint. Wenn ein Theoretiker und ein Praktier jeweils eine Theorie aufstellen, dann würde ich in jeder Hinsicht die des Praktikers bevorzugen, da sie näher an der Realität ist, als die des Theoretikers. Häufig wird außer Acht gelassen, dass die Praxis, sprich die direkte Verbundenheit zu den Dingen wie sind sind! , die größte Sicherheit ist die man haben kann, denn darin bewährt sich, ob die Dinge wirklich so eintreten, wie man sie vermutet. Ein Theoretiker baut eine Hypothese auf der anderen auf, ohne direkte Möglichkeit sie zu überprüfen, dadurch können sich Fehler summieren und letztendlich steht man da mit einem Märchenbuch. Das heißt nicht, dass es in der Praxis keine Fehler gibt, dessen bin ich mir bewusst.
Vielleicht glaubt Lesch an übernatürliche Dinge, vielleicht sehnt er sich nach dem Mystischen, auch wenn es bei einem Menschen wie ihm nicht meiner Erwartung entspräche. Wissen tu ich es nicht, aber es ist doch naheliegend, dass es hier um monetären Profit geht. Dafür spricht einerseits seine Sendung über müdes Licht, die aber auch ganz andere interessante Hintergründe haben könnte. Sicher spielt auch seine persönliche Überzeugung eine große Rolle in dieser Sendung, was an seinem abwertenden Ton festzumachen ist. Allein aufgrund seiner Wortbetonung wird deutlich, dass er die Lichtmüdigkeitstheorie ablehnt und abwerten will. Damit zielt er nichtmal auf uns ab liebe Leute, sondern eher auf das Laienpublikum wie ich vermute, da wir diese Taktik ohnehin durchschauen und lauthals reklamieren, wie unfair und unsachlich es ist eine Theorie rhetorisch anders darzustellen als die andere. Ein Laie der sich diese Sendung ansieht, wird sofort davon überzeugt sein, dass die Lichtmüdigkeitstheorie schon lange Schnee von gestern ist und man dem guten Herrn Professor guten Gewissens trauen kann. FALSCH! Jemand der zwei Vorschläge unterschiedlich präsentiert, verfolgt ein Ziel und dieser Person ist somit umgehend mehr Misstrauen denje zu erwidern.
@ ar-iomar:
Dasselbe Gefühl ereilte mich ebenfalls. Der Grund ist vermutlich, dass er die Masse der Zuschauer auf seine Seite ziehen will, was ihm Quoten beschehrt und für ihn existenziell wichtig ist. Ich halte an der Profithypothese fest. Harald Lesch ist es vermutlich mittlerweile völlig egal, was stimmt und was nicht, ähnlich wie einigen Politikern, es geht nur ums bestehen. Deshalb nimmt er wahrscheinlich auch so belanglose Fragen wie: "Wird die Welt untergehn", "Das Universum expandiert und ich finde trotzdem keinen Parkplatz", etc. in sein Fernsehprogramm auf. Ich denke nicht, dass er das freiwillig machen würde. Es geht schlichtweg um Zuschauer. Wer andere Meinungen zu diesem lescherlichen Phänomen hat möge sie bitte präsentieren

Das ist Meine persönliche Einschätzung, dafür übernehme ich keine Flinte ;)
LG Jannik
Re: Harald Lesch erklärt Plasma
von ar-iomar am 12.12.2012 13:25Ich glaube, ich kenne das Buch sogar. Überhaupt muss ich den russischen SciFi- und Fach-Autoren mal ein Kompliment aussprechen. Viele von ihnen haben interessante Themen aufgegriffen und verarbeitet. Nicht nur als Kind las ich ihre Bücher gerne. Das letzte las ich erst vor wenigen Monaten: Александр Казанцев - Der Nachfahre der Himmelssöhne. Aber vielleicht sollte ich das bei den Literaturtipps schreiben, sonst bekomme ich Ärger mit unserem Meister Norman. Wäre für Meister Lesch ebenfalls mal ganz interessant, eine solches Studium.
Ach so, das mit dem Sender muss nicht so enden, wie du befürchtest. Wenn du den richtigen Ton triffst, kannst du durchaus Erfolg haben.
Re: Harald Lesch erklärt Plasma
von Hannes am 12.12.2012 11:54Na, die besagte These könnte von eiinem verspäteten Leser des sowjetrussische SciFi-Werkes "Menschen wie Götter" (eine Art kommunistisches "Star Wars", nur einige Jahre eher entstanden als dieses) stammen, dort tat eine überlegene Alienrasse ähnliches.
Ich spiele ernsthaft mit dem Gedanken, dem Sender mal eine solche Anforderung zu den von mir genannten Themen an Lesch zu schicken - wird aber sicher gar nicht erst bei ihm ankommen. 
Re: Harald Lesch erklärt Plasma
von ar-iomar am 12.12.2012 10:54Das wäre mal eine interessante Idee, Hannes, und nicht für Meister Lesch geeignet. Gestern habe ich ganz ernsthaft von einer These gehört, die besagt, dass eine außerirdische Zivilisation die Galaxien erschaffen haben könnten. Sozusagen als Nebenprodukt. Spätenstens hier, so denke ich, sollten sich die "traditionellen" Physiker neu ordnen.
Re: Harald Lesch erklärt Plasma
von Hannes am 12.12.2012 08:19Ja, hat Heisenberg nicht sowieso den Weg der theoretischen Physik eingeschlagen, weil er in angewandter Physik keine guten Noten im Studium hatte? Glaube mich daran zu erinnern, sowas gelesen zu haben.
Und ansonsten noch zum Thema Fernsehprofessor Lesch. Er müßte mal zu einer Sendung mit dem folgenden Titel "dienstverpflichtet" werden: "Gravierende Schwächen des Urknallmodells - eine ehrliche Analyse"!
Oder vielleicht auch zum Thema "Gewaltige Elektrische Stromflüsse im Universum und ihre Konsequenzen für unser kosmologisches Weltbild".
Wäre gespannt, was er dann tuen bzw. erzählen würde, wenn ihm das Fernsehen so etwas vorgibt. 
Re: Harald Lesch erklärt Plasma
von ar-iomar am 10.12.2012 10:54Danke, Hannes, für deine interessante Erläuterung. Meister Lesch kommt mir manchmal so vor wie der scheuklappige Heisenberg, der nicht einsehen wollte, dass z.B. Oppenheimer mit angewendeter Physik mehr erreichen konnte, als er selbst mit reiner Theorie.
Norman
Gelöschter Benutzer
Re: Harald Lesch erklärt Plasma
von Norman am 09.12.2012 14:16Ich denke, dass du mit deinen Gedanken wahrscheinlich richtig liegst. Zwei Menschen, welche sich mit derselben Thematik beschäftigen, können dies auf recht unterschiedliche Art und Weise machen. Einer befasst sich mehr mit der Theorie und der Andere mehr mit der Praxis. So können sehr unterschiedliche Ansichten entstehen.
Danke für die Hintergrundinformationen.
Re: Harald Lesch erklärt Plasma
von Hannes am 09.12.2012 14:02Ja, vielleicht fühlt er sich durch die Kritik alternativer Ansätze am Urknallmodell einfach in seinem Weltbild bedroht, ahnt vielleicht auch, dass etwas mit den eigenen Vorstellungen nicht stimmen kann und wird daher umso gereizter. Es könnte auch ein Interesse von Fachkollegen oder Vorgesetzte im Fernsehen sein, die ihn darauf "angesetzt" haben. Oder aber er ist so von sich überzeugt, dass er alle "Abweichler" für "Cranks" hält, die es im Namen der Wissenschaft zu bekämpfen gelte, da diese sonst Schaden nehmen könnte. Wir können darüber leider nur spekulieren. Auch ich verwundere mich wie Jannik darüber, wie ein Wissenschaftler, der über ein Plasma-Thema promoviert hat, tiefere Einsichten verwehrt zu bleiben scheinen.
Allerdings sind Theorie und Praxis oft zweierlei. So frage ich mich, ob er jemals einen praktischen Bezug zur Arbeitsweise z.B. von Plasmatechologien hatte und deren Ergebnisse mit eigenen Augen gesehen hat. Noch zu DDR-Zeiten hatte ich das Privileg und Glück (was ich damals aber nicht so empfunden habe, denn ich wollte endlich in die Semesterferien) im Edelstahlwerk Freital bei Dresden 3 Wochen lang im Vakuumstahlwerk ein Praktikum zu absolvieren. Dort wurde nach einer Technologie von Manfred v. Ardenne mittels einer Plasmasäule im technischen Vakuum im Elektronenstrahl-Mehrkammerofen Edelstahl zwecks Qualitätserhöhung (z.B. für Einsatz im Weltall) umgeschmolzen. Ich habe die hochqualifizierten Beschäftigten für meinen (natürlich als "vertraulich" eingestuften) Praktikumsbericht befragen müssen und sehr lange die so genannten Fehlerkataloge oder Fehleratlanten studiert. Die dort als "Werkststofffehler" mit Fotos aufgelisteten Fehler bzw. Fehlergruppen sahen aus "wie vom Mars". Ich meine damit es gab Rillen (technisch "Nachlaufrillen" genannt), Einzelkrater, Kraterketten, Krater in Rillen, "elektrische Spinnen", seltsame Bänder oder Maserungen und andere "Fehler" am Werkstoff Stahl in s/w-Bildern zu sehen, so wie man sie heute von allen möglichen Fotos von felsigen Himmelskörpern sattsam kennt. Leider scheint diese 50er/60er Jahre-Technologie von Ardenne Ender der 90er nach Neuinvestitionen mit abgeschafft worden zu sein. Ich frage mich aber, ob Prof. Lesch so etwas jemals gesehen hat. Dann kommt man an Plasma und seinen Wirkungen nicht mehr vorbei!
Entschuldigung für die längere Abschweifung ins persönliche.

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