Harald Lesch erklärt Plasma
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Re: Harald Lesch erklärt Plasma
von ar-iomar am 12.12.2012 10:54Das wäre mal eine interessante Idee, Hannes, und nicht für Meister Lesch geeignet. Gestern habe ich ganz ernsthaft von einer These gehört, die besagt, dass eine außerirdische Zivilisation die Galaxien erschaffen haben könnten. Sozusagen als Nebenprodukt. Spätenstens hier, so denke ich, sollten sich die "traditionellen" Physiker neu ordnen.
Re: Harald Lesch erklärt Plasma
von Hannes am 12.12.2012 11:54Na, die besagte These könnte von eiinem verspäteten Leser des sowjetrussische SciFi-Werkes "Menschen wie Götter" (eine Art kommunistisches "Star Wars", nur einige Jahre eher entstanden als dieses) stammen, dort tat eine überlegene Alienrasse ähnliches.
Ich spiele ernsthaft mit dem Gedanken, dem Sender mal eine solche Anforderung zu den von mir genannten Themen an Lesch zu schicken - wird aber sicher gar nicht erst bei ihm ankommen.
Re: Harald Lesch erklärt Plasma
von ar-iomar am 12.12.2012 13:25Ich glaube, ich kenne das Buch sogar. Überhaupt muss ich den russischen SciFi- und Fach-Autoren mal ein Kompliment aussprechen. Viele von ihnen haben interessante Themen aufgegriffen und verarbeitet. Nicht nur als Kind las ich ihre Bücher gerne. Das letzte las ich erst vor wenigen Monaten: Александр Казанцев - Der Nachfahre der Himmelssöhne. Aber vielleicht sollte ich das bei den Literaturtipps schreiben, sonst bekomme ich Ärger mit unserem Meister Norman. Wäre für Meister Lesch ebenfalls mal ganz interessant, eine solches Studium.
Ach so, das mit dem Sender muss nicht so enden, wie du befürchtest. Wenn du den richtigen Ton triffst, kannst du durchaus Erfolg haben.
Jannik
Gelöschter Benutzer
Re: Harald Lesch erklärt Plasma
von Jannik am 12.12.2012 14:36Jungs, danke für eure Antworten! =)
@ Hannes: Persönliche Erfahrungen halte ich nicht für nebensächlich sondern eventuell sogar für aufschlussreich. Ich kann jetzt von deiner Erfahrung profitieren insofern sie der Wahrheit entspricht. Es zeigt sich, dass Plasmaspurrillen also kein seltener Sachbestand sind. Damit ist deine Erfahrung also ein Argument mehr, dass für ein, durch Plasmaentladungen entstandenes, Relief auf anderen Planeten spricht. Danke dafür!
@ ar-iomar: Deine Hypothese, Harald Lesch sei ein Opportunist ist schlüssig und gut möglich. Tatsächlich stellt sich mir dann die Frage, wie jemand wider seines Wissens handelt? Dazu drängt sich mir der Verdacht auf, dass er dies mit Absicht macht. Welche Motivation steckt dahinter. Geht es tatsächlich um Geld? Außzuschließen ist es nicht.
@ Norman: Schickes Userbild! Wie wir wissen ist Lesch jedoch der Theoretiker und hat keinerlei Bezug zur Praxis. Auch die meisten von uns sind Theoretiker, jedoch haben wir ein weitaus weniger beschränktes Weltbild als er zu haben scheint. Wenn ein Theoretiker und ein Praktier jeweils eine Theorie aufstellen, dann würde ich in jeder Hinsicht die des Praktikers bevorzugen, da sie näher an der Realität ist, als die des Theoretikers. Häufig wird außer Acht gelassen, dass die Praxis, sprich die direkte Verbundenheit zu den Dingen wie sind sind! , die größte Sicherheit ist die man haben kann, denn darin bewährt sich, ob die Dinge wirklich so eintreten, wie man sie vermutet. Ein Theoretiker baut eine Hypothese auf der anderen auf, ohne direkte Möglichkeit sie zu überprüfen, dadurch können sich Fehler summieren und letztendlich steht man da mit einem Märchenbuch. Das heißt nicht, dass es in der Praxis keine Fehler gibt, dessen bin ich mir bewusst.
Vielleicht glaubt Lesch an übernatürliche Dinge, vielleicht sehnt er sich nach dem Mystischen, auch wenn es bei einem Menschen wie ihm nicht meiner Erwartung entspräche. Wissen tu ich es nicht, aber es ist doch naheliegend, dass es hier um monetären Profit geht. Dafür spricht einerseits seine Sendung über müdes Licht, die aber auch ganz andere interessante Hintergründe haben könnte. Sicher spielt auch seine persönliche Überzeugung eine große Rolle in dieser Sendung, was an seinem abwertenden Ton festzumachen ist. Allein aufgrund seiner Wortbetonung wird deutlich, dass er die Lichtmüdigkeitstheorie ablehnt und abwerten will. Damit zielt er nichtmal auf uns ab liebe Leute, sondern eher auf das Laienpublikum wie ich vermute, da wir diese Taktik ohnehin durchschauen und lauthals reklamieren, wie unfair und unsachlich es ist eine Theorie rhetorisch anders darzustellen als die andere. Ein Laie der sich diese Sendung ansieht, wird sofort davon überzeugt sein, dass die Lichtmüdigkeitstheorie schon lange Schnee von gestern ist und man dem guten Herrn Professor guten Gewissens trauen kann. FALSCH! Jemand der zwei Vorschläge unterschiedlich präsentiert, verfolgt ein Ziel und dieser Person ist somit umgehend mehr Misstrauen denje zu erwidern.
@ ar-iomar:
Dasselbe Gefühl ereilte mich ebenfalls. Der Grund ist vermutlich, dass er die Masse der Zuschauer auf seine Seite ziehen will, was ihm Quoten beschehrt und für ihn existenziell wichtig ist. Ich halte an der Profithypothese fest. Harald Lesch ist es vermutlich mittlerweile völlig egal, was stimmt und was nicht, ähnlich wie einigen Politikern, es geht nur ums bestehen. Deshalb nimmt er wahrscheinlich auch so belanglose Fragen wie: "Wird die Welt untergehn", "Das Universum expandiert und ich finde trotzdem keinen Parkplatz", etc. in sein Fernsehprogramm auf. Ich denke nicht, dass er das freiwillig machen würde. Es geht schlichtweg um Zuschauer. Wer andere Meinungen zu diesem lescherlichen Phänomen hat möge sie bitte präsentieren
Das ist Meine persönliche Einschätzung, dafür übernehme ich keine Flinte ;)
LG Jannik
Re: Harald Lesch erklärt Plasma
von ar-iomar am 12.12.2012 15:16"Lescherliches Phänomen"? Das hast du schön gesagt, Jannik. Der Meister Lesch sollte uns langsam Tantiemen zahlen, bei der Werbung, die wir hier machen.
Danke für deine Zusammenfassung. Ist von allem etwas dabei und ich für meinen Teil habe nichts hinzuzufügen.
Oli
Gelöschter Benutzer
Re: Harald Lesch erklärt Plasma
von Oli am 12.12.2012 15:26Jannik,
ich denke, da hast den Nagel am Kopf getroffen.
Sicherlich verdient Herr Lesch durch seine Medienpräzenz heute deutlich mehr als noch vor 5 oder 10 Jahren, als er nur alpha centauri gemacht hat - eine Sendung, die ich als gelungen bezeichnen möchte. Damals hat er Dinge noch relativ nüchtern erklärt.
Irgendwie wurde er dann "populär", und er veränderte sich. Dazu seine betont schnoddrige Art, seine nicht ganz perfekte Vortragsweise (hat jemand mal einen Satz von ihm gehört, der grammitikalisch und/oder syntaktisch richtig ist?)... Der Zuschauer denkt: "der spricht ja wir wir normale Menschen, der will nicht besser, nicht perfekter sein als wir; und doch weiß er so vieles, und erklärt es so schön"
Ich behaupte, der ehemals seriöse Wissenschaftler ist zu einer Medienhure geworden. Er bekommt Aufmerksamkeit, viele halten ihn für sympathisch, sowas streichelt natürlich sein Ego. Und er verdient gutes Geld damit.
Besonders seine aktuelle Sendung Leschs Kosmos ist für mich nicht zu ertragen, ständig sucht er seine Kaffeetasse oder wundert sich über die Position des Stuhls. Auf diese Weise kann man die Inhaltsleere und Trivialität natürlich auf 15 Minuten Sendezeit ausweiten...
Schade, wenn Wissenschaft auf diese Weise zur reinen Unterhaltung verkommt.
Re: Harald Lesch erklärt Plasma
von Hannes am 12.12.2012 17:20Über das "Lescherliches Phänomen" habe ich auch herzhaft gelacht!
Na, wenn ich so ermutigt werde, dann denke ich mir wirklich einen Text an den Sender aus, ar-iomar!
Noch ein Wort zu den Rillen: Bei den heute gebräuchlichen Plasmaschneidwerkzeugen wird der Begriff „Nachlaufrillen" auch genutzt, aber das ist natürlich gar kein Vergleich mit der erwähnten Anlage von Ardenne. (Hatte das Glück diesen großen Wissenschaftler 2x bei Vorträgen zu erleben. M.E. hat er den Nobelpreis nur deshalb nicht erhalten, weil er östlich des „Eisernen Vorhangs" arbeitete.)
Wegen der positiven Reaktion auf meinen Hinweis auf den Fehlerkatalog möchte ich noch ergänzen, dass ich in Freital eine „Berufsausbildung mit Abitur" als „Metallurge für Formgebung" (d.h. Walzwerker) erhielt, vom ESW zur (TU) Bergakademie Freiberg zum Studium delegiert wurde und von dort aus zum Praktikum wieder ins Werk geschickt wurde. Ansonsten hätte ich diese Werkshalle sicher gar nicht betreten dürfen. Die Technologie wurde aber trotzdem auch ins NSW (= Nichtsozialistische Wirtschaftsgebiet), z.B. nach Japan, exportiert, wenn ich mich richtig entsinne.
Ich habe mich durch meine Zeilen inzwischen selber neugierig gemacht und frage mich, wo der große Fehlerkatalog (plus ein 2. mit ein paar bunten Fotos) wohl abgeblieben sein mag und was von den Unterlagen ggfs. archiviert wurde. Aber in 1, 2 Jahren sollte nächstes Abi-Klassentreffen sein, vielleicht gibt's ja wieder einen Werksrundgang mit Fragemöglichkeiten (beim letzten war ich aus gesundheitlichen Gründen nur zur abendlichen Feier).
Wenn es evtl. interessiert:
Hier kann man ein Bild einer sehr kleinen, älteren Anlage sehen und etwas Text (schwer erkennbar) lesen:
Elektronenstrahl-Mehrkammerofen
http://www.progress-film.de/de/filmarchiv/film.php?id=3184&back=true
Hinter dem Link gibt's Werksgeschichte, auch die beiden Welterstleistungen, der 30-Tonnen-Plasma-Ofen und das Elektronenstrahl-Mehrkammerofen-Verfahren (kurz EMO) werden genannt:
Re: Harald Lesch erklärt Plasma
von ar-iomar am 13.12.2012 12:10
Es ist schön, Hannes, mit dir (noch) einen Praktiker an Bord zu haben. Meine Erfahrungen gehen nicht so tief. Aber immerhin durfte ich glühenden Stahl "schnuppern" und die Arbeitsweisen der verschiedenen Hütten kennenlernen.
Re: Harald Lesch erklärt Plasma
von Hannes am 13.12.2012 16:14Vielen Dank für Deine freundlichen Worte, aber "Praktiker" darf ich mich in dieser Sache ganz gewiß nicht (mehr?) nennen, da meine Lehr- und Studienzeit zu lange her ist und ich danach als Diplomingenieurökonom in ganz anderen Bereichen gearbeitet habe. Das Eisen-Kohlenstoff-Diagramm ist schon lange vergessen und beim Lesen meiner eigenen und anderen Links habe ich auch festgestellt, dass ich mich zu diesen Elektronenstrahl- und Plasmatechnologien erst wieder schlau machen muss. Im Moment muss ich Begriffe wie "Elektronenstrahlkanone mit Plasmakathode" oder "Ionenplasma-Elektronenstrahlkanone" u.ä. hinnehmen. Vielleicht suche ich 2013 nach dem Verbleib der o.g. Fotos oder Unterlagen.
Als vorsichtiger Mensch nehme ich mir über Weihnachten aber nur vor, dem Prof. Lesch und/oder seinem Sender einen Brief zu schicken. Ist vielleicht besser und griffiger als eine schnell zu löschende E-Mail?
Glück auf!
Hannes
Re: Harald Lesch erklärt Plasma
von Hannes am 13.12.2012 23:55Inzwischen habe ich schon fast wieder Mitgefühl mit Herrn Lesch, anchdem ich die folgenden Tiraden (Auszug siehe unten) eines bekloppen christlichen Radikal-Fundamentalisten auf einer deutschen (!) Webseite las:
Gut zu wissen, dass ich in einer Gegend lebe, wo es 75% Atheisten sind (Tendenz weiter steigend), von denen keiner glaubt, dass die Welt erst vor 6000 Jahren geschaffen wurde.